LK-West 2004/2005 27.11.04: FC Union – BW Brehme 2:0 (1:0)

Betrachtung von Wolfgang Marr

Quelle: www.thueringer-allgemeine.de

Der FC Union Mühlhausen hat seine Ungeschlagenserie seit Mitte Oktober fortgesetzt. Am Samstag hat die Elf von Trainer Bodo Liebetrau und Assistent Andreas Seipel Blau-Weiß Brehme, das Tabellenschlusslicht, mit 2:0 besiegt und ist durch die Resultate der anderen in der Landesklasse West überraschend vom dreizehnten auf den zehnten Platz geklettert. Allerdings sprach Jung-Journalist Sascha Iffarth, der verletzt zuschauen musste, von einem Arbeitssieg und seine Einschätzung spiegelte schon achtzigprozentige Realität wider. Auch Bodo Liebetrau monierte die schwache erste Hälfte, meinte, dass die zweite besser anzusehen war und man auf gutem Wege sei, den Ball laufen zu lassen. Doch letztere Forderung war gegen Brehme gar nicht einfach umzusetzen. Alles, was an Bällen vor die Füße kam, wurde von Brehmes Verteidigern teils planlos in das Seitenaus gedroschen, sehr zum Verdruss der Zuschauer, weil so gute Ansätze im Keim erstickt wurden. Allerdings profitierte Mühlhausen schon in der Startphase von einem kapitalen Bock, als Frank Reinecke den Pass auf halbrechts sauber stoppte, seinen Gegenüber ins Leere schickte und mit einem Schlenzer über Torwart Milbradt hinweg, der einen Moment zögerte, halbhoch zum 1:0 (5.) vollendete. Es war Reineckes siebter Treffer in der laufenden Serie. Noch ein anderer verbesserte gleichfalls seine Trefferausbeute. Sven Zahn schaffte den vierten Serientreffer, als er das Leder nach einer Pinpong-Aktion (nach Vorarbeit von Beilfuß Eingabe von links von Gallien – herausbefördert und knallhart sofort wieder nach innen befördert) in der Mitte des Fünf-Meter-Raumes ungehindert mit der Fußspitze trifft und den Ball in den Brehmer Kasten zum 2:0 /79.) befördert. Spätestens da waren alle Messen gelesen, nachdem Zahn schon in der allerersten Minute das Aluminium hatte klingen lassen. Beim bejubelten Treffer handelte es sich um den wer-weiß-wievielten Mühlhäuser Anlauf in der zweiten Hälfte als praktisch nur noch auf den Kasten der Blau-Weißen, die in Schwarz-Weiß aufliefen, gespielt wurde. Ich habe eine völlig neue Erfahrung gemacht, meinte Jan Riemann, der als verkappter Rechtsaußen einige starke Szenen hatte. Das sagt alles. Brehme war nie auf einen Sieg aus. Das machte es Union nicht leicht. Worauf gründeten sich die Stärken des Gastgebers? Kagramanjan spielte erneut eine herausragende Rolle im Mittelfeld, wagte sich sogar mehrmals zu zielen. Dominique Sellmann startete immer wieder zu erfolgreichen Flankenläufen auf der linken Seite, die in der Mitte aber nicht verwertet wurden. Allerdings handelte sich Sellmann auch eine berechtigte gelbe Karte ein, die fünfte, die zum Pausieren zwingt. Ansonsten auch ohne Fehl und Tadel Jens Beilfuß. Kapitän Jens Kaiser fehlte das eine oder andere Mal der Mitspieler. Torhüter Ronny Rink, tags zuvor als zweitbester Sportler des Kreises 2004 geehrt, flatterte nur ein Mal. als er mit dem Ball ins Toraus lief. Banal. Tino Harte klärte kaltschnäuzig die einzige brenzlige Szene am eigenen Elfmeterpunkt. Frank Reinecke tanzte seine Eichsfelder Freunde vorn mehrere Male aus, wurde später aber auch kompromisslos bewacht und dann mit Beifall verabschiedet. Wolfgang Mai hat ihn bestens ersetzt. Sein Gegenspieler sah den gelben Karton vom jederzeit souveränen Schiedsrichter Patrick Hofmann (Sömmerda). Der vielleicht größte Gewinn auf Seiten der Mühlhäuser war wiederum Valeri Morosov, der gegen Brehme so richtig auftaute, hinten sicher agierte, im Mittelfeld klasse Pässe beisteuerte, sich auch traute, selbst in die Spitze zu gehen. Die Schussversuche waren nicht von Pappe.

Schiesrichter: Patrick Hoffmann (Sömmerda)

Torfolge: 1:0 Reinecke (5.), 2:0 Zahn (79.)

Der FC Union Mühlhausen spielte mit: Rink, Kaiser, Riemann, Schlunk, Harte, Beilfuß, Morosov, Kagramanjan, Sellmann (G/ 62. Gallien), Zahn, Reinecke (80. Mai).