Samstag, August 19
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Vorbereitungsspiel: FC Union – Normania Treffurt 2:2 (1:1)

Hitzköpfe auf der Wasserfläche

FC Union Mühlhausen – Normania Treffurt 2:2

Oliver Rackwitz mit beiden Gastgebertoren

Spielbericht von Wolfgang Marr
Quelle: www.thueringer-allgemeine.de
MÜHLHAUSEN.

Bei einem solchem Sauwetter spielt man normalerweise keinen Fußball. Schon weil der Platz eher einer Wasserwüste gleicht. Doch die Trainer von Union Mühlhausen und Normania Treffurt wollten es trotzdem. Was sie nicht ahnten, in der Kälte suchten und fanden sich eine Menge Hitzköpfe. Nebenbei: Man trennte sich vorgestern unter Flutlicht an der Aue 2:2 (1:1). Leistungsgerecht.
Es war zumindest besser als eine Trainingseinheit, kommentierte Bodo Liebetrau das Geschehen, wollte keine all zu strenge Elle anlegen. Mühlhausen spielte zeitweilig mit fünf Junioren, Treffurt mit voller Kapelle. Der Gastgeber hatte wohl nicht kalkuliert, dass er mit seinem frühen 1:0 schon in der Anfangsminute durch Oliver Rackwitz, der eine von Valery Morosov getretene Ecke mit einem Flachschuss unter dem Körper von Keeper Lange hinweg im Netz versenkte, den Stachel gelöckt hatte. Freilich gehörte dem Gastgeber in der folgenden Viertelstunde die bessere Optik, im Angriff meist über rechts, in der versuchten Vollendung über die Mitte und von halblinks, wo allerdings von Rackwitz eine Großchance nach der anderen ausgelassen wurde. Wie man dererlei Gelegenheiten nutzt, das hat Matthias Muth, Treffurts Spielmacher, gezeigt. Direkt über die Mitte, landete der Ball plötzlich in Ronny Rinks Kasten, wobei der Keeper bei dieser „Gurke“, wie man am Spielfeldrand anmerkte, keine gute Figur machte. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Spiel nach mehreren Fouls an Dominique Sellmann, nach Grätschen in die Beine, zu zwei Drittel die Gäste als Verursacher, seinen unschönen Höhepunkt erreicht, so dass Schiedsrichter Marko Wartmann seiner Zeichensprache deutliche Worte anfügte und noch in der ersten Hälfte für Matthias Muth und das Mühlhäuser Talent Benjamin Orschel, dann für Stephan Koch (Treffurt) den gelben Karton zückte. Berechtigt.
Orschel zeigte ansonsten aber auch (viel) Gutes, seine Lenkerqualitäten im Mittelfeld fielen dieses Mal stärker ins Gewicht. Er traute sich Verantwortung zu. Genauso wie Morosov. Natürlich Jens Beilfuß, der Libero spielte einen sicheren Part, suchte aber verkehrterweise die Zweikämpfe mit seinen ehemaligen Kameraden, und die wiederum auch, wenn sie seiner gewahr wurden. Wenn wirklich auf der Wasserlache Pässe in die Tiefe gelangen, hoben die Assistenten Marcel Schaffrath und Gordon Stedefeld die Fahne – Abseits. Zu 90 Prozent richtig. Nach der Pause, als Union vier neue Leute brachte, kassierte Keeper Marko Behn erneut – wie gegen An der Lache Erfurt – ein Tor durch die Beine nach Lässigkeit seiner Vorderleute. René Koch vollstreckte zum 1:2 (59). Auf der anderen Seite ermöglichte Einwechsler Sven Mamerow, der halblinks eine beherzte Partie ablieferte, die Vorlage für den Schützen vom Dienst. Oliver Rackwitz bedankte sich mit Schrägschuss aus 16 Meter Entfernung ins lange Eck mit dem 2:2-Ausgleich (65.). Davor und danach hatte Marko Behn seine Elf jeweils einer Faust vor weiterem Schaden bewahrt, hatte Hagen Gallien mit Flankenläufen unter Beweis gestellt, dass er auf der rechten Seite zur ersten Garde gehört. Dirk Hilbrecht spielte mit Licht und Schatten.

FC Union Mühlhausen: Rink, Beilfuß, Riemann, Harte, Hartung, Morosow, Olschewski, Mai, Rackwitz, Orschel, Sellmann. Einwechsler: Behn, Gallien, Berndt, Mamerow, Hilbrecht.

Normania Treffurt: Lange, Fernschild, St. Koch, Thiele, R. Koch, Rösener, Meng, Mengis, Muth, Hübner, Feike. Einwechsler: Schlenz, Schmidt, Warrlich.