Testspiel: FC Union – Eintracht Sondershausen 2:2

Der Vergleich wurde kurzfristig vereinbart nach der Absage der Partie Sondershausen gegen Dresden-Nord tags zuvor. Als der Test zwischen der Landesklasse-Elf und dem Oberligisten nach abwechslungsreichen anderthalb Stunden beendet worden ist, marschierten die Männer von Trainer Bodo Liebetrau mit einem Selbstvertrauen wie lange nicht in die Kabine. Sie hatten dem Favoriten ein 2:2 abgetrotzt.

Betrachtung von Wolfgang MARR Quelle: www.thueringer-allgemeine.de

Nicht irgendwie, sondern auf der Basis einer spielerisch wie kämpferisch überzeugenden Leistung, sonst wäre gewiss keine Beifallsbekundung beim Abgang zu hören gewesen. Doch vor der Ablaufschilderung ist die Beschreibung der Platzverhältnisse erforderlich. Besser als gegen Treffurt, man erinnere sich der Wasserfläche komplett, so beschränkte sich diese am Samstag nur auf die Hälfte des Spielfeldes. In der Frühe lagerte Schnee auf der gesamten Fläche, am Nachmittag noch auf einem Drittel und dort wurde jeder Antritt unfreiwillig zur Rutschpartie. Apropos Antritt. Der erste gehörte Sebastian Bauer über rechts. Vielleicht brauchte der Schiedsrichter erst das richtige Gefühl. Er war mehr als zehn Meter entfernt, sonst wäre wohl die Zahl elf in Verbindung zu bringen gewesen. Es folgten einige Minuten hinterein-ander beiderseits Mittelfeldszenen jeweils zwanzig Meter hin-ein in die Hälfte der anderen, dann waren die Abwehrreihen Herr der Lage. Es ging frühzeitig zur Sache. Als man gerade einmal Luft holen wollte, landete ein Klassepass von Artur Kagramanjan bei Sven Zahn. Der zögerte, Abseits oder nicht, keine Fahne, also sprintete er über links davon, zielte vom Strafraumeck. Eintracht-Keeper Greschke tauchte ab, klatschte den Ball nach oben, der aber landete zum 1:0 (9.) im Netz. Der Glücksrausch währte acht Minuten. Dann hatte die als Viererkette agierende Union-Abwehr das Nachsehen, als Sondershausen einen Doppelpass durch Robert Jäger flach an Torhüter Ronny Rink vorbei zum 1:1 (17.) beendete. Sein Gegenüber riskierte beim Herauslaufen gegen den gestarteten Bauer Kopf und Kragen und er entschärfte auch den Freistoß von Kagramanjan. Aus rekordverdächtigen 35 Metern katapultierte Morosov seinen Freistoß nur um Zentimeter neben den Pfosten. Damit es deutlich wird, Sondershausen hatte keine weitere Chance in Hälfte eins, außer zwei harmlosen Schüssen. Bauer hätte beim nächsten Start Düsenjägerpilot sein müssen, Beilfuß etwas mehr Treffsicherheit entwickeln müssen. Dass Union die Feldhoheit gehörte, verdankte der Gastgeber insbesondere seiner Nummer 13. Man kann nicht genug schwärmen, wie der 17-jährige Sebastian Orschel im Mittelfeld die Bälle verteilte, wie er bei seinen Slaloms drei, einmal sogar vier Sondershäuser umkurvte, ohne gestellt zu werden, wie er sich auch hinten nicht zu schade war, sauber, einmal unsauber, zu grätschen. Allein das war den Besuch wert. In Hälfte zwei zog zuerst der Schludrian auf Unions linker Abwehrseite, nun in veränderter Formation ein. Als Jäger von rechts startete, Torhüter Marko Behn, der Rink abgelöst hatte, gläzend parierte, was er noch zwei Mal schaffte, landete das Streitobjekt doch noch bei Sebastian Caspar. Sondershausens Torjäger sorgte halblinks freistehend für das 1:2 (54.). Die letzte halbe Stunde gehörte ganz allein dem FC Union, der Angriff um Angriff startete. Dominique Sellmann spielte linksaußen eine starke Partie, der nach seinem Rippenbruch erstmals aufgebotene Frank Reinecke zielte aus zwölf Metern frei knapp daneben. Schließlich startete Valeri Morosow über rechts, zirkelte eine Flanke auf den Kopf von Sven Zahn, der aus zwölf Meter halbrechts ins lange Eck das 2:2(85.), damit sein zweites Tor, erzielte. Rest: Duschen der Hitzköpfe.

FC Union Mühlhausen: Rink, Hartung, Kaiser, Harte, Beilfuß, Kagramanjan, Sellmann, Orschel, Zahn, Morosov, Bauer Einwechsler: Behn, Schönheit, Reinecke.

SR: Nico Möschl (Bad Langensalza).