LK-West 2004/2005: VfL Meiningen – FC Union 1:3 (1:1)

Wie nicht anders zu erwarten, wollten die Gastgeber zu Beginn der Landesklassenpartie dem Tabellennachbarn so richtig einheizen. Dies übernahmen aber kurz nach dem Anpfiff zunächst ein paar Unbelehrbare indem sie mit einer Rauchbombe für beißenden Qualm und eine kurze Spielunterbrechung sorgten.  Zurück zum Spiel. Die Gastgeber versuchten in den ersten Minuten mit hohem Tempo und schnellem Passspiel Lücken in die Unionabwehr zu reißen. Diese war aber offensichtlich von Trainer Liebetrau bestens auf die druckvolle Anfangsphase der Residenzstädtler eingestellt worden. So nahmen die Unioner durch ständiges Verengen der Räume den Angriffen der Gastgeber die Wirkung. Ein ums andere Mal rannten sich die in weiß-blau agierenden Meininger fest. So gab es in den ersten 20 Minuten lediglich 2 nennenswerte Gastgeberaktionen. In der 11. Minute fängt Beilfuß eine von einem Meininger flach hereingezogene Flanke ab, klärt in der Folge aber nicht resolut genug, so dass der ehemalige Landesligatorschützenkönig Mike Heiner das Leder im Strafraum ergattert. Sein scharfer Schuß unter die Latte wird aber vom sicher agierenden Schlussmann Rink pariert. Wiederum war es dann der agile Heiner, der nur eine Minute später eine von rechts geschlagene Flanke in aussichtsreicher Position nur um Zentimeter verfehlt. In der Folgezeit neutralisierten sich beide Mannschaften im Mittelfeld und Torszenen wurden rar. Aufregung allerdings auf der Unionseite nach 18 Minuten als Sellman nach einem Gallieneinwurf im Strafraum deutlich umgestoßen wird, Schiri Hoffmann dies aber als regelkonform ansah. Den nächsten Höhepunkt gab es nach 32 Minuten. Zunächst wird Zahn an der linken Seitenauslinie gefoult. Den fälligen Freistoß bringt Beilfuß über die Gästeabwehr zum sich bereits neu postierten Zahn, der das Leder aus 12 Metern direkt nimmt und flach ins kurze Eck zum 1:0 einschießt. Die Meininger antworteten darauf mit Tempoverschärfung. Wiederum war es nach 35 Minuten dem im ersten Abschnitt auffällig agierenden Heiner vorbehalten, mit sattem 25-Meter Schuß den Unionkeeper zu prüfen, der mit tollem Reflex klärte. Die Unioner hatten aber längst die Igelstellung aufgegeben und spielten munter mit. So schickte Zahn in der 41. Minute den schnellen Sellmann, der aus spitzem Winkel mit straffem Schuß Torwart Endlicher prüfte. Dann fiel er doch noch, zu einem psychologisch ungünstigen Zeitpunkt, der Ausgleichstreffer. Heim hatte sich links gegen Harte durchgesetzt und flankte präzise auf Heiner, der aus 8 Metern per Aufsetzer einköpfte. Rink kam zwar noch an das Leder, konnte diesem aber keine entscheidende Richtungsänderung mehr geben. Wer mit Beginn der zweiten Hälfte glaubte, im Stadion der Eisenbahner eine bedingungslos anrennende Gastgeberelf zu sehen, sah sich aber getäuscht. Der FC Union kontrollierte jetzt über weite Strecken die Partie. Lediglich nach einer Flanke von links musste Rink im Uniontor nach 50 Minuten nochmals Kopf und Kragen riskieren um vor dem einschussbereiten Heiner (wer sonst) zu klären. Um an dieser Stelle aber keine Missverständnisse aufkommen zu lassen; Heiners Schatten, der junge Christian Schlunk erfüllte seine Aufgabe über weite Strecken der Partie sehr solide. Man kann halt einen Spieler von Heiners Klasse nicht über 90 Minuten komplett abmelden. Bereits im Gegenzug sollten dann die wenigen mitgereisten Unionfans Grund zum Jubeln haben. Eine genaue Eingabe von rechts erreicht den eingewechselten Reinecke in Strafraumnähe, der tanzt noch einen Gegenspieler aus und vollendet mit Flachschuß zum 2:1. Die Gastgeber brauchten nun eine Weile um den neuerlichen Rückstand wegzustecken und wirkten konsterniert. Swen Zahn hatte so nach 59 Minuten den nächsten Treffer „auf dem Kopf“. Sein Kopfball ging jedoch knapp am Tor vorbei. Einmal gab es jedoch doch noch Aufregung vor dem Uniontor. Der Heber des frei durchgelaufenen Werrbach verfehlte jedoch in der 72. Minute sein Ziel deutlich. Was folgte, war der endgültige KO Für die Gastgeber. Freistoß für Union 10 Minuten vor Spielende. Gallien’s Eingabe wuchtet Sellmann mit platziertem Kopfball ins kurze Eck – 3:1 für Union. Durchaus positiv wirkten sich am Ende auch die Einwechslungen der Youngster Bernd nach 77 Minuten für Orschel und Mamerow nach 82 Minuten für Sellmann aus. Die letzte Chance der Partie hatte dann noch der auffällig agierende Gallien in der 89. Minute, als er mit Flachschuß nur haarscharf das lange Eck verfehlte.

Fazit: Der erste Sieg der Unioner seit 1989 in Meiningen war verbunden mit einer kämpferisch und auch teilweise spielerisch überzeugenden Leistung, auf der sich aufbauen läßt.

Schiedsrichter: Hoffmann (Arnstadt) Zuschauer: 200

Der VfL Meiningen spielte mit: Endlicher, Schade (GK), Abt (GK), Skiebe, Landgraf, Heim (68. Hess), Meerguth, Werrbach (60. Hippe), Luck (46. Grams), Heiner

Der FC Union spielte mit: Rink, Kaiser, Harte, Schönheit, Beilfuß (GK), Schlunk, Gallien, Morozov (46. Reinecke), Orschel (GK)(77. Bernd), Zahn, Sellmann (82. Mamerow)