Vorbereitungsspiel: FC Union – FC Rot-Weiß Erfurt II 1:1 (1:0)


Betrachtung von Wolfgang MARR

Quelle: www.thueringer-allgemeine.de Zuschauer: 140 Torfolge: 1:0 Reinecke (8.), 1:1 Sander (49.)

Bodo Liebetrau war zufrieden – und 140 Zuschauer ebenso. Der FC Union Mühlhausen hat mit seiner Landesklasse-Elf ein mehr als verdientes 1:1 gegen Oberliga-Süd-Aufsteiger FC Rot-Weiß Erfurt II erzielt. Die erste Halbzeit ist so verlaufen, wie ich mir das vorstellt habe, lautete sein Trainerfazit nach dem Abpfiff. Erst als die Kräfte beim spielfreudigen und zudem laufstarken Mittelfeldduo Artur Kagramanjan und Sascha Iffarth in der zweiten Hälfte schwanden, setzte sich der Gast besser in Szene, gehörte der Clubreserve mehr oder weniger die Offensive. Und weil der FC Union sich in der Auftaktphase überhaupt nicht versteckte, sondern seinerseits für Furore sorgte, wirkten die Bilder der ersten zehn Minuten lange nach. Sascha Iffarth schickte Dominique Sellmann mit einem Traumpass auf der rechten Außenbahn los, und Torhüter Orlishausen riskierte Kopf und Kragen (2.). Mit nur drei Stationen, Rink – Iffarth – Sellmann suchte Mühlhausen beim nächsten Mal den Erfolg. Resultat: ergebnislose Ecke. Dann klärte Nico Kiehn im blauen RWE-Dress vor Sellmann. Der auf rechts äußerst agile Wolfgang Mai startete nicht durch, sondern passte präzise flach in die Mitte, wo 18 Meter vor dem Tor Zahn auftauchte, einen Schuss riskierte, den Keeper Orlishausen im Fallen nach rechts abklatschte, wo am Fünf-Meter-Eck, wer anders als der Torjäger, Frank Reinecke den Ball aus schwierigem Winkel zum 1:0 (8.) ins Netz platzierte. Es reichte der Blickkontakt zu RWE-Trainer Albert Krebs und das junge Gästeteam, sechs spielten in der Vorserie noch in der A-Junioren-Bundesliga, wusste, dass man mehr bieten musste. Dass in der ersten Hälfte die höherklassige Vertretung trotzdem keinen Jubel auskostete, dafür sorgte Union wie aus einem Guß. Ein aufmerksamer, bei Fußabwehr solider und sonst nicht geprüfter Torhüter Ronny Rink, eine Abwehr, an die man sich namentlich gewöhnen musste. Stürmer Zahn spielte hinten, sehr solide und mit der Bilanz, über ein halbes Dutzend Kopfballduelle souverän gewonnen zu haben. Neben ihm, denn es handelte sich meist um eine Viererkette, das Energiebündel Dennis Bartsch, der stellungssichere Hagen Gallien, und meist auch Dominique Sellmann in seiner seit kurzem verordneten Rolle des Pendlers zwischen Abwehr und Angriff. Davor räumte Jens Beilfuß ab, und so konzenrierte sich der Spielablauf zu zwei Dritteln im Mittelfeld. Das Niveau hat durch die spielstarken Typen auf beiden Seiten eher profitiert als gelitten. Dass die Erfurter Reserve dennoch den Ausgleich schaffte, verdankte sie einem Moment der Unentschlossenheit beim Gastgeber. Nur ein kurzes, statt eines langen Zuspieles an der Mittellinie, Rot-Weiß kriegte die Kurve, und hintereinander hatten bei der Staffette Iffarth, Beilfuß, Bartsch, der mehr als unschuldige Torhüter Behn, und nochmals Iffarth beim letzten Versuch auf der Linie, gegen Nico Sander das Nachsehen – 1:1 (48.). Der hatte in der RWE-Partie zuvor einen Hattrick beim 11:0 gegen Kranichfeld geschafft. Am Samstag auf dem Günter-Picht-Sportplatz glückte Sander nichts mehr. Aber auch nicht Mühlhausen. Obwohl zwei der vier Einwechsler, zum einen Marcel Müller vorn, zum anderen Christian Schlunk hinten, gute Szenen beisteuerten. Erwähnenswert die sichere Leitung von Schiedsrichter Armin Stollberg, obwohl Albert Krebs zwei Mal in Richtung Bartsch schimpfte, der aber kurz vor Schluss nach einer Sander-Attacke einiges einstecken musste.

Der FC Union spielte mit: Rink (46. Behn), Beilfuß (78. Trafas), Bartsch, Riemann, Sellmann, Kagramanjan (65. Hilbrecht), Zahn, Gallien, Iffarth, Mai (46. Müller), Reinecke

Der FC Rot-Weiß Erfurt II spielte mit: Orlishausen (46. Bach), Gauder, Krebs, Habichhorst, Stark (70. Müller), Kiehn, Fritz, Franz (65. Gerke), Sander, Heim, Braunschweig