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Interview mit Trainer Bodo Liebetrau – Winterpausen-Gespräch

Das Interview führte Claudia Bachmann von der Thüringer Allgemeine / Quelle: www.thueringer-allgemeine.de

 

 

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Der Trainer der 1. Mannschaft – Bodo Liebetrau

 

Einem schwachen Start folgte ein steiler Aufstieg. Union Mühlhausen ist dabei, sich in einem „Zwischenjahr“ im Vorderfeld der Landesklasse West festzuspielen, um das mittelfristige Ziel, den Aufstieg in die Landesliga, im Blick zu behalten. Dazu stützt sich Trainer Bodo Liebetrau nach der Winterpause auf jenen Stamm, der ihm auch im Herbst zur Verfügung stand. Personelle Änderungen wird es nicht geben. Ein Jahr zum Reinschnuppern. Ein Jahr zum Mitspielen. Dann beginnt der Angriff auf jene Ränge, die zum Aufstieg in die Landesliga berechtigen. So sah der Fahrplan aus, als Bodo Liebetrau im Oktober 2004 das Traineramt beim FC Union Mühlhausen übernahm. Klar, das Tabellenbild trügt noch etwas. Union Mühlhausen wird als Vierter geführt, doch mit den Nachholespielen werden Eintracht Oberland und der SC Leinefelde wohl noch an der Liebetrau-Truppe vorbei ziehen. Die allerdings nimmt zweimal die beängstigende Position des Schlusslichts ein – in Sachen Fairplay und in einer separaten Heimspieltabelle. Im Vergleich zu den beiden unmittelbaren Verfolgern weist der FC zwar einen bzw. zwei Punkte mehr auf, hat aber auch drei bzw. zwei Spiele mehr bestritten. Trotzdem zieht Trainer Bodo Liebetrau über die vergangenen 15 Spiele eine positive Bilanz: Die Mischung aus Alt und Jung stimme in seiner Mannschaft.

Was die Männer in den Punktspielen aus sich herausholten, sei mehr, als die Trainingsbeteiligung aus objektiven Gründen hatte erwarten lassen. Der Start ging, wie bereits der in die Saison 2004/2005, gehörig schief. Nach guten Vorbereitungsspielen verlor Union – das nach der Sommerpause ohne Kaiser, Harte, Orschel, Herpe und Hartung auskommen musste – in Schweina und zur Kirmes zu Hause gegen Siemerode, steckte bis zum siebenten Spieltag im tiefen Tabellenkeller. „Doch das Umfeld hat nicht angefangen, polemisch zu werden. Vom Vorstand des Vereins, über den Mannschaftsleiter Dietmar Hahn bis zum Betreuer Helmut Hammesfahr und zum Masseur Uwe Kirchner haben alle mitgezogen, haben versucht, eine positive Stimmung in die Mannschaft hineinzutragen und keine leidige Personaldiskussion begonnen“, sagt der Union-Trainer. Das Schiff war wieder auf Kurs, als Union zu Hause dem Spitzenreiter Geisa ein Remis abrang – bis zum heutigen Tag der einzige Punktverlust des klaren Aufstiegsaspiranten. Eine positive Entwicklung hätten in den vergangenen 15 Spielen Torwart Ronny Rink -„Er hat nicht einen einzigen Bock geschossen“-  sowie die beiden Neuzugänge Dennis Bartsch und Stefan Kummer gezeigt. Ebenso der junge Marcel Müller in der Defensive und Dominique Sellmann, „der immer 120 Prozent gibt und dorthin geht, wo es weh tut“, wie der Trainer feststellt. Nachholbedarf sieht Liebetrau im Angriff. Sein in der Saison 2004/05 gefährlichster Stürmer, Frank Reinecke (15 Tore), wurde das Verletzungspech erst zum Ende des Jahres los. Dann aber gelangen ihm zwei Hattricks. Den 16. Rang in der Fairplay-Tabelle solle man nicht überbewerten. „Wir sind eine Mannschaft, die Fußball nicht nur spielt, sondern auch arbeitet. Dessen ungeachtet hätten einige gelbe Karten nicht sein müssen, wurden vom Schiedsrichter wegen Meckerns oder Gestikulierens gezogen“, urteilt der Trainer. Das Union-Aufgebot wird nach der Winterpause dasselbe sein wie im Herbst. Einzig Oliver Rackwitz verlässt den Verein. Er wechselt nach Großengottern, wird aber auch dort in den nächsten Monaten nicht auflaufen, denn er laboriert noch an einem Kreuzbandriss.