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Thüringer Landespokal: FC Union – FC Rot-Weiß Erfurt II 0:2 (0:0)

Favoritenrolle gerecht geworden

Schiedsrichter: Backhaus (Steinheuterode)
Zuschauer: 400
Torfolge: 0:1 Heuschkel (78.), 0:2 Kinne (82.)

In einer über weite Strecken von taktischen Zwängen diktierten Pokalpartie zog die Clubreserve der Blumenstädter am Ende verdient in die 3. Runde des Thüringer Landespokales ein. In dem für die 400 Zuschauer sicherlich nicht zu den unterhaltsamsten Partien zählendem Spiel fiel die Entscheidung allerdings spät. Erst als die Kräfte bei den Unionern nachließen und sich die Fehlerquote somit erhöhte, konnte der Oberligist daraus Kapital schlagen.
Doch zur Chronologie. Das Liebetrau-Team musste kurz vor Spielbeginn nochmals umstellen.  Für den aus dem Schlotheim-Spiel noch angeschlagenen Stolze kam kurzfristig Schönheit zum Einsatz und der grippeerkrankte Kummer wurde durch Youngster Scholz ersetzt.
Bei herrlichem Fußballwetter gaben zunächst beide Abwehrreihen den Ton an. Die Unioner machten wie erwartet die Räume eng um den Kombinationsfluss der Erfurter zu unterbinden. Wer aber dachte, die Rot-Weißen suchten eine schnelle Entscheidung, sah sich getäuscht, die Vorsicht regierte auch beim höherklassigem Team. In Anbetracht des Ausscheidens vor Jahresfrist gegen die Unioner und die 5:2 Empfehlung in der 1. Pokalrunde gegen Weimar waren hierfür sicherlich ausschlaggebend.
Ein erstes Achtungszeichen setzte auf RWE-Seite in der 15. Minute R. Müller, dessen Kopfball geht nach vorangegangener Ecke allerdings über das diesmal von Behn gehütete Uniontor. Auch der scharfe 28-Meter Flachschuss von Weiß in der 20. wurde eine sichere Beute des Unionkeepers. Nach einer weiteren Ecke schießt R. Müller 2 Minuten später, allerdings aus spitzem Winkel, über das Tor. Was folgte, war eine Art Nichtangriffspakt. Erst ein äußerst riskanter Rückpass der Erfurter nach 30 Minuten sorgte wieder für Aufregung. Im letzten Moment kann aber Erfurt’s Keeper Essig vor dem anstürmenden D. Schmidt klären. Die erste Ecke der Mühlhäuser nach 36 Minuten brachte genauso wenig ein, wie der Kopfball des Rot-Weißen Tino Gerke kurz vor der Halbzeit.
Mit Beginn der zweiten Spielhälfte zog der Oberligist das Tempo nun deutlich an. Die erste Chance verzeichneten trotzdem die Unioner. Die Flanke vom 18-jährigen Scholz wird aber vom Gäste-Torwart vor dem einköpfbereiten D. Schmidt abgefangen. Erfurt’s Trainerfuchs Albert Krebs reagierte jetzt und brachte in der 56. Kinne für Ullmann. Nun kam deutlich mehr Schwung in die Aktionen der Gäste. Nur eine Minute später brannte es lichterloh im Unionstrafraum, doch Kinne – der allein vor Behn auftauchte – scheiterte am Unionschlußmann. Nach 62 Minuten hat dann der FC Union die große Chance zur Führung. Der für Kagramanjan eingewechselte Reinecke passt steil in die aufgerückte Erfurter Abwehr zum durchgelaufenen Ilgmann. Dessen Querpass zum mitgelaufenen D. Schmidt ist allerdings zu ungenau, so dass das Leder ins Toraus trudelt. Hier war sicherlich mehr drin.
Die Partie ging nun sichtlich an die Substanz. Zudem verletzte sich auf Unionseite auch noch Bartsch nach 64 Minuten bei einem Kopfballduell und konnte erst nach minutenlanger Behandlung mit einem Kopfverband weiterspielen.
Die Gäste erhöhten nun weiter den Druck auf das Uniontor.
Die als Eingabe gedachte Flanke von Weiß in der 68. entwickelt sich zum Torschuss,
Keeper Behn lenkt diese gerade noch um den Pfosten. Die Erfurter bringen mit Heuschkel für Heim nach 70 und Kohler für Müller nach 74 Minuten nochmals 2 frische Leute, um die Angriffsbemühungen nochmals zu verstärken. Abwehrspieler Gauder versucht sich in der 75. von halblinks mit sehenswertem 25-Schuss, der nur knapp über das Uniontor geht. In der 78. ist es dann soweit. Der erst wenige Minuten zuvor gekommene Heuschkel nutzt die Lücke in der Uniondeckung und hat aus 16 Metern freie Schussbahn. Das Leder schlägt im oberen rechten Toreck zum 0:1 ein – keine Chance für den guten Behn.
Union’s Trainer Liebetrau reagiert und bringt den nach Rot-Sperre und Trainingsrückstand erstmals wieder spielberechtigten Mai für M. Schmidt. Die sich jetzt bietenden Räume nutzen die Erfurter. Der eingewechselte Kinne macht in der 82. per Kopf nach vorausgegangener Flanke alles klar – 0:2. Auch Riemann’s Einwechslung nach 85 Minuten für den angeschlagenen Sellmann kann am Ausscheiden der Unioner aus dem diesjährigen Pokalwettbewerb nichts mehr ändern.
Am Ende ein sicherer Erfolg des Oberligateams über den Landesklässler, der aber lange Zeit mithielt und erst als die Kräfte schwanden auf die Verliererstraße kam. Für die Unioner gilt nun die volle Konzentration auf die anstehenden Meisterschaftsspiele in Bad Salzungen am kommenden Wochenende und in der Folgewoche gegen Treffurt.

Der FC Union spielte mit: Behn, Schönheit, Beilfuß, Gallien, Bartsch, Scholz, M. Schmidt (79. Mai), Kagramanjan (46. Reinecke), Ilgmann, Sellmann (85. Riemann), D. Schmidt

Der FC Rot-Weiß Erfurt II spielte mit: Essig, Gauder, D. Müller (74. Kohler), Gerke, Ullmann (56. Kinne), Weiß, Fritz, R. Müller, Scherer, Heim (70. Heuschkel)

 

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Die Erfurter versuchten in der 2. Halbzeit alles um eine Entscheidung in der regulären Spielzeit zu erreichen.

 

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Mit zunehmender Spielzeit nahm der Druck zu.

 

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Die Unioner stemmten sich lange Zeit gegen die Niederlage.

 

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Erst gegen Ende des Spieles gab es einige Erfurter Chancen