Donnerstag, August 17
Mühlhausen/Thür.
17°C

News

LK-West 2006/2007: FC Union – SG Arnstadt/Rudisleben 0:1 (0:1)

Zuschauer: 280
Tor: Winkler (28.)
Schiedsrichter: Feuerstacke (Hardisleben)

Eine erschreckend schwache Vorstellung der Unioner, die vor allem in der 2. Halbzeit zusehens die Linie verloren. Schiedsrichter Feuerstacke passte sich nahtlos an die schwache Leistung der Unioner an.

Spielbericht von Gerd Tuppeit
Quelle: www.thueringer-allgemeine.de

Eine weitere Schlappe

Im Kampf um den Aufstieg erlitt Spitzenreiter Union Mühlhausen einen weiteren Rückschlag: Gegen die SG Rudisleben/Arnstadt besiegelte ein Winkler-Tor in der 29. Minute die 0:1-Heimniederlage für diesmal recht plan- und konzeptlos auftretenden Gastgeber.
Der Tabellenführer wollte in dieser Begegnung unbedingt die Scharte der zwei vorangegangenen Niederlagen auswetzen, zumal die zuletzt fehlenden Akteure alle wieder zur Verfügung standen. So begann man aggressiv und Sellmann verfehlte bereits nach drei Minuten das Gästetor knapp. D. Schmidt per Kopf und Bartsch nach Gallien-Freistoß schufen zumindest etwas Gefahr. Nach 20 Minuten ließ der Druck bereits nach und die Gäste kamen besser ins Spiel. So traf Winkler aus guter Position das Außennetz (25.). Zwei Minuten später schien die Union-Führung fällig: Stolzes Maßflanke von links erwischte D. Schmidt mit dem Kopf, doch Torhüter Apel holte den Ball mit einer Glanzparade aus dem Eck. Besser machten es dann die Gäste: Winkler umkurvte die Union-Abwehrspieler wie Slalomstangen und schoss zum 0:1 unhaltbar ins linke Eck ein (29.). Mühlhausen reagierte geschockt, und bis zur Pause hatte lediglich der unermüdlich antreibende Bartsch zwei Gelegenheiten (35./ 44.).
Auch nach dem Wechsel tat sich der Spitzenreiter schwer, die kompakt und sicher stehende Gästedeckung in Gefahr zu bringen. Immer wieder wurde mit langen Bällen agiert und dem Flügelspiel fehlte es an Präzision. Gallien war mit seiner zentralen Rolle überfordert und vorn fehlte Sellmann der Raum. So kamen die wenigen Impulse nur von Bartsch, dem auffälligen Morosov und dem kampfstarken Riemann. Zu wenig aber, um die nun auch geschickt konternden Gäste ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Im Gegenteil: Lippert (68./ Konter, 73./ Kopfball) und Winkler (77./ Außennetz) hätten das Spiel hier schon entscheiden können. Union war zwar ständig feldüberlegen, zumal Bartsch nach der Einwechslung von Zahn ins Mittelfeld rückte. Echte Chancen waren jedoch Mangelware, nur einige Stolze-Freistöße und eine Vielzahl hoher Eingaben deuteten zumindest das Bemühen um den Ausgleich an. Arnstadt, trainiert von der Erfurter Fußball-Legende Jürgen Heun, stand aber kompakt und sicher. Nach 84 Minuten schien dann alles klar zu sein. Mit einem Pass von Seel lief der eingewechselte Bräutigam allein auf Rink zu, doch der Mühlhäuser Torwartroutinier blieb Sieger. In der Schluss-Minute wäre das emsige Bemühen der Union-Elf fast doch belohnt worden. Einen Volleykracher von Bartsch pariert Torwart Apel mit einem überragenden Reflex, so dass dem besten Mühlhäuser der Tor-Erfolg versagt blieb.
Am Ende stand eine erneute Heimniederlage, die Trainer Bodo Liebetrau gewohnt sachlich kommentierte: „Man hat gesehen, dass sich das Team gegen tief und kompakt stehende Gegner recht schwer tut. Daran arbeiten wir bereits im Training mit verschiedenen Varianten. Und das wird sich hoffentlich bald im Spiel auszahlen“. Der Coach betonte, dass das Team trotz der Rückschläge das Aufstiegsziel mit aller Kraft angeht und darauf „brennt“.

Spielbericht aus Sicht des SV Arnstadt/Rudisleben
Quelle: www.svrudisleben.de

Nach dem Schlusspfiff des souverän leitenden Unparteiischen kannte der Jubel bei den Gästen keine Grenzen, fuhren sie doch mit ihrer besten Auswärtsleistung, völlig verdient einen kaum erwarteten wichtigen Dreier beim Spitzenreiter in Mühlhausen ein. Dazu brachten sie den Hausherren die dritte Niederlage in Folge bei. Die SG war das klar bessere Team und setzte die taktische Marschroute ihres Trainers Jürgen Heun fast perfekt um. Durch konsequentes Zweikampfverhalten in der Defensive mit den überragenden Innenverteidigern Sven Merten und Kevin Heerda sollte erst mal die „Null“ hinten stehen. Die Anfangsphase gehörte aber den Unionern, die durch Domenique Sellmann, der am langen Pfosten eine Eingabe Valery Morozows über den Kasten setzte die erste Torchance besaßen (3.). Dies erwies sich jedoch als Strohfeuer, denn mit zunehmender Spielzeit stellten sich die Gäste immer besser auf die stereotyp, meist mit langen Bällen operierenden Hausherren ein und versuchten ihrerseits mit nadelstichartigen Kontern zum Erfolg zu kommen. So traf Holger Winkler nach Zuspiel Stephan Hucks aus spitzem Winkel nur das Außennetz (25.). Seine Extraklasse zeigte dann Christian Apel, als er einen Kopfball Daniel Schmidts, nach Sellmanns präziser Linksflanke aus Nahdistanz mit einem tollen Reflex um den Pfosten lenkte (27.). Vorausgegangen war allerdings eine unnötiger Ballverlust Holger Winklers an der Eckfahne. Im unmittelbaren Gegenzug spielte Jens Lippert Holger Winkler mustergültig an, der drang in den Strafraum ein, umkurvte noch zwei Gegenspieler und hämmerte den Ball aus halbrechter Position zur Führung ins lange Toreck (28.). Kurz vor dem Pausenpfiff prüfte Dennis Bartsch Christian Apel mit einem Distanzschuß (45.), mehr hatten die Einheimischen im ersten Abschnitt nicht zu bieten. Im zweiten Durchgang erhöhten die Unioner das Tempo, setzten sich in der SG Hälfte förmlich fest. Das beschränkte sich aber fast nur auf eine Vielzahl an Standards, die jedoch nichts zählbares einbrachten, lediglich Bartschs Freistoß verfehlte der am langen Pfosten lauernde Morozow nur knapp (56.). Die SG konnte sich im weiteren Verlauf vermehrt befreien und erspielte sich gute Konterchancen. Nach Lipperts Solo scheiterte dieser per Flachschuß von der Strafraumgrenze am starken Union Keeper Rink (69.). Wieder war Rink zur Stelle, als Lippert nach Hucks Freistoß freistehend aufs kurze Eck köpfte (74.). Die Schlussphase hatte es noch einmal in sich. Zunächst wurde Maik Wedekind im Strafraum nach Zuspiel des unermüdlich rackernden Denny Gothe zu Fall gebracht, die Pfeife des Schiris jedoch blieb stumm (82.), dann vergab der eingewechselte Christian Bräutigam die wohl größte Möglichkeit des gesamten Spiels, als er nach Christopher Seels Musterpass noch einen Mühlhäuser Abwehrspieler austanzte, mutterseelenallein, zentral aus 8 m das Leder nicht an Rink vorbeibrachte (83.). In der Folge musste die SG nach teilweise unnötigen Freistößen noch einige brenzlige Strafraumsituationen überstehen, die letztlich allesamt mit vereinter Kraft geklärt wurden. Schließlich lenkte Christian Apel Bartschs Direktabnahme in großem Stil über die Querlatte (87.). Nach fünfminütiger Nachspielzeit pfiff der Refferee die sicherlich nicht gutklassige, aber spannende Begegnung ab. Insgesamt enttäuschte der Gastgeber auf der ganzen Linie, vermochte aus seiner optischen Dominanz kein Kapital zu schlagen, wirkte plan-und einfallslos und rannte sich immer wieder an der von Dominik Schneider gut organisierten Deckung der SG fest. Die SG trat diszipliniert und geschlossen in allen Mannschaftsteilen auf, überzeugte durch eine hohe Lauf-und Kampfbereitschaft und gewann hochverdient sportlich ihr erstes Auswärtsspiel in dieser Saison.

Der FC Union spielte mit: Rink (GK), Baumbach (GK)(65. Zahn (GK)), Stolze, Belfuß (GK)(79. Matschiner (GK)), Gallien (GK), Kummer (GK), Bartsch, Morosov, Riemann (GK)(72. Ilgmann), Sellmann, Schmidt

Der SV Arnstadt/Rudisleben spielte mit: Apel, Wedekind, Merten, Heerda (65. Eger (GK)), Seel, Gothe (88. Schiel), Winkler (77. Bräutigam), Schneider (GK), Huck (GK), Moritz, Lippert