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Union-Sondershausen-2008-2009-Gallien

Landespokal: FC Union – Eintracht Sondershausen 2:5 n.V. (2:2)

Gute Leistung nicht belohnt

FC Union – BSV Eintracht Sondershausen 2:5 n.V.(2:2)

Torfolge: 1:0 Kowalczyk (28.), 2:0 Beilfuß (48.), 2:1 Caspar (70.), 2:2 Brack (88.), 2:3 (92. Caspar), 2:4 (101. Schenke), 2:5 (106. Thurnbacher)

Zuschauer: 220

Der FC Union Mühlhausen spielte mit: Geuß, Baumbach, Scholz, Beilfuß, Cyskaytys (91. Müller), Kummer, Stolze, Bartsch, Matschiner (58. Gallien), Schmidt, Kowalczyk (86. Mai)

Der BSV Eintracht Sondershausen spielte mit: Menzel, Treuse, Rasch, Brack, Gollnow, Caspar, Duft, Schenke (107. Balßuweit), Piesche, Kloth (46. Rießland), Demmer (59. Thurnbacher)

Es hatte nicht viel gefehlt und die kleine Sensation wäre perfekt gewesen. Die über 200 Zuschauer rieben sich die Augen. Der Gastgeber bestimmte mit seiner engagierten Spielweise den 1. Abschnitt und ließ nicht viele Chancen der Sondershäuser zu. Sollte es etwas negatives vor der Pause geben, dann war es die Tatsache, das es „nur“  1:0  nach dem Tor von Alex Kowalczyk  stand.

Nach Wiederanpfiff erhöhte Abwehrstratege Jens Beilfuß zum vielumjubelten 2:0. Der Landesligist legte danach seine Arroganz ab und spielte nun zielstrebiger auf seinen Goalgetter Caspar. Dessen Anschlußtor brachte die Gäste noch druckvoller ins Match.

Kurz vor Spielende gelang dem BSV der glückliche Ausgleich. Im der letzten Spielminute hätte Mai allein vor Torwart Menzel den Gästen den endgültigen Pokal-KO versetzen können.

In der Verlängerung schlugen die Eintrachtler noch dreimal zu.


Spielbericht von Claudia Bachmann (Quelle: www.thueringer-allgemeine.de)

Der Überraschung nahe
75 Minuten lang war Union Mühlhausen nahe dran, für die große Überraschung zu sorgen. Der Außenseiter hatte dem Thüringenligisten eine ausgeglichene Partie geboten. In den Schlussminuten aber drückten die Gäste immer stärker, schossen sich in die Verlängerung und schließlich in die zweite Landespokalrunde.

Fußball, Landespokal: Union Mühlhausen zwang Eintracht Sondershausen in die Verlängerung / 2:5-Niederlage

Schon in den ersten Minuten deutete sich an, wer die zentrale Figur im Union-Angriff sein sollte. Der 19-jährige Kowalczyk zwang in der zehnten Minute nach Schmidt-Pass Sondershausens Keeper Menzel zur ersten Parade. Eine Minute später setzte er Schmidt ins Szene, der aber zu zaghaft agierte. Sondershausen, zu selbstsicher, kam lange nicht auf Betriebstemperatur, hatte den Kontrahenten unterschätzt, den er im vergangenen Jahr einmal mit neun und einmal mit fünf Toren Unterschied besiegt hatte. Kloth hatte in der 14. Minute die erste Eintracht-Chance, die Beilfuß routiniert und ruhig klärte.Kennzeichnend für die erste Halbzeit: Union spielte direkt, war agiler und kam in der 28. zur Führung nach einer Freistoßvariante über Bartsch, Stolze und Kowalczyk. Die Sondershäuser ließen ihm Zeit, den Ball anzunehmen, zu schauen und den Spielzug aus 20 Metern abzuschließen. Union gewann mehr Zweikämpfe, war laufstärker, Sondershausen hielt Härte dagegen, schaffte aber keinen konzentrierten Spielaufbau über mehrere Stationen. Kummer hatte in der 41. die Großchance aufs 2:0, verpasste per Kopf aber nur um Zentimeter einen Freistoß von Matschiner (41.).Matschiners Kopfball nach Kummers-Flanke war nach dem Wechsel ein erstes Signal (47.). Zwei Minuten später das 2:0: Ein Beilfuß-Freistoß-Hammer aus 30 Metern war unhaltbar für Menzel. Die Reaktion der Zuschauer in Anspielung auf das 0:9 vom Vorjahr: Noch sieben!In der 56. bediente Matschiner Bartsch, der nur knapp verzog. Erst nach 64 Minuten kam Sondershausen wieder zum Zug. Geuß lenkte einen Freistoß von Duft zur Ecke. Die brachte den Anschluss durch Casper. Der hatte alle Zeit und allen Platz der Welt, um den Ball mit der Brust zu stoppen und einzuschieben (2:1/65.). Doch Union zeigte sich unbeeindruckt. Eine Bananenflanke von Gallien, seine beste Szene des Tages, bekam Kowalczyk direkt auf den Kopf, verzog aber knapp (71.). Es hätte die Entscheidung sein können.Unions Kräfte schwanden zusehends, Sondershausen bekam zu viel Platz im Mittelfeld. Keeper Geuß, wenn auch nicht immer sicher, hatte in dieser Phase mehrere Möglichkeiten, sich auszuzeichnen, da in der Deckung einige Male die Zuordnung nicht mehr stimmte. Auf der Gegenseite war Menzel gegen Kowalczyk gefordert, der nach Schmidt-Pass zum Schuss kam. Die Träume starben in der 87., als die Unioner den Ball nicht aus dem Strafraum bekamen und Brack einnetzte. Mai setzte sich in der 89. durch, hob den Ball über Menzel an den langen Pfosten, wo Schmidt das Leder knapp verpasste. Im Gegenzug sorgte Geuß gegen Casper dafür, dass es in die Verlängerung ging.Da ging dann alles sehr schnell. Duft bereitete das dritte und vierte Sondershäuser Tor vor, beide aus Nahdistanz (Casper, Schenke). Dabei sah die Union-Abwehr schlecht aus. Thurnbacher beschloss den Reigen. Es fehlte nicht viel an der Überraschung in einem Spiel, das Hoffnungen weckt auf einen guten Landesklasse-Start.Vor der Partie war Stefan Kummer vom Union-Präsidenten Klaus Itau als bester Spieler der Saison 2007/08.


Spielbericht von Steffen Kliebisch (Quelle: www.eintracht-sondershausen.de)

Aller Anfang ist schwer

Wie nach jeder Vorbereitungsphase fiel es auch vor dem ersten Pflichtspiel der Saison 2008/2009 schwer einzuschätzen, wo die Mannschaft von Lutz Balßuweit wirklich steht. Mit dem FC Union Mühlhausen wartete in der ersten Pokalrunde ein unbequemer Gegner, gegen den man in der letzten Landesligasaison allerdings gute Erfahrungen sammeln konnte. In der Startformation der Eintracht fanden sich mit Cornelius Brack und Kevin Schenke zwei Neuzugänge wieder, Peter Thurnbacher und Torwart Leri Natradze saßen auf der Bank.

Zur Freude der Einheimischen verpassten es unsere Jungs, von Beginn an ein druckvolles Spiel aufzuziehen. Viele Fehlpässe und eine mangelhafte Laufarbeit machten die Unioner stark. Schon in der 11. Minute hätte es das erste Mal im von Daniel Menzel gehüteten Tor klingeln müssen. Alexander Kowalczyk, vor dem Lutz Balßuweit explizit gewarnt hatte, tauchte allein vor der neuen Nummer 1 der Sondershäuser auf, scheiterte aber am stark reagierenden Menzel. Nur 120 Sekunden später steuerte Daniel Schmidt allein auf das Tor zu, doch auch er verpasste die Führung für die Mühlhäuser. Ein ersten Achtungszeichen der Blau-Gelben gab es nach einer Viertelstunde. Marcel Kloth überlupfte unter Bedrängnis Union-Keeper René Geuß, musste dann aber mit ansehen, wie ein Abwehrspieler auf der Linie klären konnte. Nach einem tollen Pass von Axel Duft hatte Sebastian Caspar viel Platz, machte aber noch einen Haken anstatt direkt abzuschließen und verlor so den Ball. Der Nachschuss von Marcel Kloth ging knapp am Tor vorbei (23.). Diese beiden Gelegenheiten konnten aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die Mühlhäuser im ersten Abschnitt die bessere Mannschaft waren. Und sie wurden nach knapp einer halben Stunde belohnt. Nach einem eigentlich mißglückten Freistoß kam der brandgefährliche Alexander Kowalczyk trotz aller Warnungen aus 20 Metern frei zum Schuss und ließ Daniel Menzel mit seinem tollen Versuch nicht den Hauch einer Chance (29.). Fast im Gegenzug hätte Sebastian Caspar ausgleichen können, er zielte aus spitzem Winkel aber knapp rechts vorbei (33.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff brannte es im Sondershäuser Strafraum noch einmal lichterloh. Zum Glück war Daniel Schmidt aus spitzem Winkel nicht erfolgreich (43.).

Wer nun dachte, die Eintracht wäre nach der Halbzeitansprache von Lutz Balßuweit endlich aufgewacht, der sah sich getäuscht. Direkt nach Wiederanpfiff kamen die Mühlhäuser zur nächsten hochkarätigen Chance. Nach einem Angriff über rechts klärte Jan Gollnow in letzter Sekunde gegen den Kopfball von Tobias Matschiner (47.). Kurz darauf passierte es dann aber doch. Jens Beilfuß drosch einen unnötigen Freistoß aus gut 30 Metern in die Maschen (49.). Die Eintracht war geschockt und zu diesem Zeitpunkt hätten wohl nur die wagemutigsten Optimisten noch einen Cent auf den Landesligisten gewettet. Erst nach 64 Minuten setzte der eingewechselte Martin Rießland mit einem guten Freistoß ein Achtungszeichen – Geuß klärte mit den Fingerspitzen zur Ecke. Die brachte dann aber doch den so wichtigen Anschlusstreffer. Sebastian Caspar stand mutterseelenallein am Fünfmeter-Raum, konnte das Leder mit der Brust annehmen und sich dann die Ecke aussuchen (65.). Auch wenn die Gastgeber mit einem Kopfball die nächste gute Chance hatten, folgte nun die beste Phase der Göldner-Buben. Die kräftemäßig nachlassende Union-Abwehr fing unter dem nun aufgebauten Druck gewaltig an zu schwimmen, doch Axel Duft, Sebastian Caspar und zweimal der eingewechselte und für viel Wirbel sorgende Peter Thurnbacher konnten ihre 100%igen Chancen nicht nutzen (72./73.). Die ganz in weiß gekleideten Mühlhäuser versuchten den knappen Vorsprung über die Zeit retten und wurden für die vielen ausgelassenen Chancen doch noch bestraft. Wieder war eine Ecke vorausgegangen und wieder war Sebastian Caspar beteiligt. Sein Schuss landete diesmal zwar nicht direkt im Tor, dafür stand Cornelius Brack am langen Pfosten goldrichtig (86.). Die letzten Sekunden der regulären Spielzeit hatten es in sich. Erst trudelte ein Lupfer der Mühlhäuser um Zentimeter am Tor vorbei (89.), im Gegenzug liefen Martin Rießland und Sebastian Caspar fast unbedrängt aufs Tor zu. Doch René Geuß blieb Sieger im Duell gegen den Landesliga-Torschützenkönig der vergangenen 2 Jahre (90.). Es gab noch einmal Ecke und Martin Rießland legte alle Kraft in einen Schuss aus spitzem Winkel. Nach der Abwehr auf der Linie kam „Rieße“ auf der Grundlinie noch einmal an den Ball und wurde unsanft von hinten gelegt. Aber weil der Elfmeter-Pfiff von Schieri Jürgen Backhaus ausblieb, durften sich die Zuschauer auf eine Zugabe in diesem am Ende dramatischen Pokalspiel freuen.

Lutz Balßuweit redete seinen Schützlingen noch einmal ins Gewissen und diesmal schienen seine Worte zu fruchten. Endlich verschlief die Eintracht den Auftakt nicht, sondern markierte selbst den so wichtigen Führungstreffer. Schon in der 92. Minute nahm Sebastian Caspar eine starke Vorlage von Axel Duft auf und erzielte seinen zweiten Treffer. Dieses Tor und der Kräfteverschleiß machten den Gastgebern nun schwer zu schaffen. Ganz selten konnten sie selbst noch einmal Druck aufbauen und für Gefahr vor dem Tor von Daniel Menzel sorgen. Die endgültige Entscheidung gelang Kevin Schenke noch vor dem Seitenwechsel. Er setzte sich stark links durch, spielte einen Doppelpass mit Axel Duft und vollendete dann eiskalt ins lange Eck (101.). Sekunden nach Anpfiff der zweiten Hälfte der Verlängerung schaffte auch noch der dritte Neuzugang sein erstes Pflichtspieltor. Peter Thurnbacher lief allein auf René Geuß zu und ließ dem Union-Keeper keine Chance (106.). Diesen nun klaren Vorsprung brachte die Eintracht sicher über die Zeit. In der 120. Minute hätte Sebastian Caspar noch erhöhen können, doch René Geuß hatte etwas dagegen und zog dem Angreifer von hinten einfach die Beine weg. Jürgen Backhaus hatte scheinbar ein Einsehen mit den Mühlhäusern und pfiff statt Elfmeter lieber das Spiel ab.

Die Eintracht konnte das Pokal-Aus heute bei einem unterklassigen Gegner nur mit viel Mühe abwenden. Gegen einen stärkeren Gegner wird man es sich nicht erlauben können, die ersten 60 Minuten völlig zu verschlafen. Am kommenden Wochenende muss man in Gotha beim Punktspielauftakt anders auftreten, wenn man dort punkten will. Immerhin – unsere Jungs bewiesen Moral und spielten am Ende ihre körperliche Überlegenheit aus.

 

Die nachfolgenden Bilder wurden mit freundlicher Genehmigung der Thüringer-Allgemeine Mühlhausen zur Verfügung gestellt (Fotos: Claudia Bachmann)

Union-Sondershausen-2008-2009-Gallien

Union-Sondershausen-2008-2009-Kowalczyk

Union-Sondershausen-2008-2009-Schmidt