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LK-West: FC Union – SG Bischleben/Möbisburg 1:0

Schiedsrichter: Sandy Kuchmann (Hachelbich)
Zuschauer: 190

Torfolge: 1-0 Daniel Schmidt (22.)


Der FC Union Mühlhausen spielte mit:
Geuß – Beilfuß, Stolze, Matschiner, Wierzewski (46. Scholz), Gallien, Hilbrecht, Ilgmann, Morosow (70. Cyckajtys), Kümpfel (90. Mai), Schmidt


Die SG Bischleben/M. spielte mit:
Weigel – Wehner, Paesler, Hoffmann, Perec, Hochmuth, Busse, Münzberg (62. Becker), Kranhold, Dziony, Helzig

Spielbericht von Claudia Bachmann (Quelle: www.thueringer-allgemeine.de)

Zittern bis zum Schluss

Zu einem wichtigen 1:0-Erfolg gegen Bischleben/Möbisburg kam am Samstagnachmittag in der Fußball-Landesklasse der FC Union Mühlhausen.

Im heimischen Stadion an der Aue schoss Daniel Schmidt in der 22. Minute das entscheidende Tor nach einem Solo von der Mittellinie. Die Mühlhäuser hatten fast ihre komplette Stamm-Defensive nicht zur Verfügung und waren zu vielen Umstellungen gezwungen.

Es sollte ein schweres Spiel werden für die Unioner, bei denen sich kurz vor Anpfiff auch noch Dennis Bartsch krank meldete. Damit reduzierte sich die Stammdefensive auf Jens Beilfuß, der auch die Kapitänsbinde trug. Dennoch: Bischleben hatte zu wenige spielerische Mittel, um die Mühlhäuser Abwehr ernsthaft in Gefahr zu bringen. Hundertprozenter der Gäste blieben Mangelware. Sie ließen den Unionern im Mittelfeld viel Platz. Vor allem Schmidt und auch der auffällige Junior Kümpfel nutzten ihn in der Anfangsphase. Nach einem Bischleber Querschläger aus dem Getümmel an den Balken (2.) waren die Mühlhäuser wach. Als Kümpfel in der 11. einen Zweikampf auf der linken Seite gewann und auf Schmidt passte, wartete der Torjäger im 16-Meter-Raum zu lange, und die erste Chance war vergeben. Ähnlich die Soli in der 15. und 22.: War es nach einer Viertelstunde Kümpfel, der von der Mittellinie gestartet war, aber am Keeper Weigel scheiterte, machte es Schmidt in der 22. besser und markierte die Führung. Bischlebens letzter Mann blieb nur passiver Zuschauer. Zwischen beiden Sturmläufen hatte in der 17. Stolze den Gästekeeper mit einem 25-Meter-Freistoß zu einer Parade gezwungen.

Die nächste große Aufregung Mitte der ersten Halbzeit. Als Morosow nach Behandlung wieder eingewechselt werden wollte, ließ Schiri Sandy Kuchmann unbeirrt das Spiel weiterlaufen. Die Union-Bank wurde immer erregter. Der Ruf des Union-Coaches Bernd Nemetscheks „Kuchmann, das kann doch nicht wahr sein“ ahndete die Frau aus Hachelbich nach lautstarker Auseinandersetzung (beide standen kaum einen Meter auseinander) mit der Verbannung des Trainers aus der Coaching-Zone.

Vieles lief bei Union über die linke Angriffsseite. Rechts hatte es Ilgmann mit seinen Flanken sehr schwer, erzielte wenig Wirkung. Gegen Ende des ersten Abschnitts wurde Bischleben aktiver, drängte auf den Ausgleich. Als in der 33. Münzberg den herausgelaufenen Geuß schon überspielt hatte, klärte Stolze vor der Linie. Wenig später ein Freistoß, der, wie einige Male an diesem Tag, in der Mauer landete, den Nachschuss aber musste Geuß parieren.

Ein Bild, an dem sich auch zu Beginn der zweiten Hälfte nichts ändern sollte. Manchem schwante Böses angesichts dessen, wie stark sich Union zurückgezogen hatte und angesichts der personellen Möglichkeiten. „Wen soll ich denn doch bringen?“, fragte der auf der Tribüne sitzende Nemetschek. Nach 66 Minuten hätte Daniel Schmidt das Spiel entscheiden können. Nach schönem Pass von Morosow (er hatte in der 63. nach einem Querschläger von Wehner kläglich vergeben) wurde Schmidts flacher Schuss von Weigel pariert. Der gerade eingewechselte Cyckajtys hatte mit seiner ersten Ballberührung das zweite Union-Tor auf dem Fuß. Doch das war es dann auch schon an Torchancen. Die geballte Siegerfaust auf der Union-Bank war dann in der 78. schon zu sehen, als Perec für die Gäste nach Freistoß von der Strafraumgrenze knapp verzog. In der Nachspielzeit hatte Geuß eine seiner wenigen Bewährungsproben, nahm Hochmuth den Ball noch vom Fuß. Der Rest war Erlösung nach einem 97-Minuten-Spiel.


 

Spielbericht aus Sicht der SG Bischleben/Möbisburg – Stephan Schreier – (Quelle: www.bischlebenersv.de)

Eine neuerliche Hiobsbotschaft gab es für Trainer Grund schon am gestrigen Freitagnachmittag während des Halbfinalspiels Lok Erfurt gegen Siebleben. Stürmer Christian Pschera bekam Donnerstagnacht eine Flasche über den Kopf und musste an drei Stellen getackert werden. So schlimm wäre das eigentlich nicht gewesen, hätte Sascha Heinemann nicht auch noch seine fünfte gelbe Karte absitzen dürfen. Nun ging es also ohne „etatmäßige“ Stürmer nach Mühlhausen. Die frei gewordenen Positionen übernahmen Dziony und Paesler.

Anfangs sah es für die Bischlebener auch noch machbar aus. Bereits nach zwei Minuten touchierte der Ball das Gastgebergehäuse und Dzionys Durchbruch brachte kine Gefahr (7.). Auf der Gegenseite wurde Morosow geblockt (9.) und Kümpfels Solo von der Mittellinie konnte Weigel ebenso entschärfen (15.) wie den Freistoß Stolzes (16.). Im Spielaufbau folgte dann ein schwerwiegender Fehler Hochmuths, welcher den Ball direkt in den Lauf  D. Schmidt’s spielte und dieser mit etwas Glück von der Grundlinie durch Keeper Weigel und Libero Kranhold ins Gästenetz einschob (22.). Die Doppelchance von Helzig und Hoffmann waren eine kleine, fast nicht nennenswerte, Antwort der Bischlebener (34.).

Nach dem Wechsel, das alte Spiel. Mühlhausen versuchte zu kontern und Bischleben ließ den Ball in den eigenen Reihen, ohne überhaupt einmal ein Schüsschen auf das von Keeper Geuß gehütete Gehäuse abzugeben. Einmal musste er sich im gesamten Spiel strecken. Perec’s Versuch strich dabei aber knapp am rechten Pfosten vorbei (78.). Spätestens am gegnerischen Gefahrenraum war für die Bischlebener Endstation, Schüsse aus der Distanz fanden, auch zur Verwunderung einiger Mühlhäuser Anhänger, überhaupt nicht statt. So können sich die Bischlebener dann noch bedanken das Morosow nach Wehners Fehler vergab (58.) und D. Schmidt allein vorm Gästetor in Keeper Weigel seinen Meister fand (66.). Der Mühlhäuser Fussballstil ließ die Bischlebener nicht gerade in Ehrfurcht erblassen, viel getan haben die Erfurter aber nicht um das Spiel noch irgendwie zu kippen.