Verein

Historisches

Die ersten Anfänge der Fußballbewegung in unserer Heimatstadt waren in etwa 1893/94 festzustellen.
Schon in diesen Jahren tummelten sich die Schüler des Oberstudienrat Prof. Dr. Schell auf den Exerzierplatz an der Ammerschen Landstraße beim Fußballspiel. Am 23. Februar 1899 wurde der FC Germania Mühlhausen gegründet. 14 Mitglieder ließen sich einschreiben und die Sportfreunde Haage, Boge, Schneegaß und Heidenreich wurden mit der Leitung betraut. Man entschloss sich, schon am 30. April 1899 die erste Wettspielfahrt nach Erfurt zu unternehmen und sich dem 1893 gegründeten Sportclub Erfurt zum Wettkampf zustellen.
Mit Feuereifer war unsere Mühlhäuser Mannschaft bei der Sache und es gelang ihr ein ehrenvolles 0:2.
Wenn man bedenkt, dass der junge Verein schon 10 Wochen nach der Gründung kaum mit den Spielregeln vertraut und genügend sportliche Ausrüstung war, sich aber an eine so große Aufgabe heran wagte, so kann man ermessen, mit welcher Begeisterung sich die Mitglieder für den neuen Sport einsetzten.
Die Mannschaft trat mit mangelhafter Spielkleidung und Ausrüstung an. Die Trikots und Hosen waren nicht einheitlich, als Fußballschuhe dienten alte Stiefeletten. Mit der Zeit trat auch hier Besserung ein.
Es war sehr schwer, da die damaligen Gründer und Spieler über keine großen Mittel verfügten. Die Sportler hatten mit dauernden Schwierigkeiten zu kämpfen, da ihre Arbeitgeber die Freizeitgestaltung als närrisch und unglaublich bezeichneten. Sie hatten kein Verständnis wenn Sie mit kurzen Hosen und nackten Knien Sonntag’s Fußball spielten. Der junge Verein stand in Mühlhausen einsam auf weiten Flur. Man erkannte, dass nur im Zusammenschluss Gleichgesinnter Kraft und Stärke liegt. Das beweist die Gründung des Deutschen Fußball-Bundes. Am 30. Januar 1900 fanden sich Vertreter von 86 Vereinen aus ganz Deutschland in Leipzig zusammen, um dem DFB zu gründen. Auch der FC Germania entsandte einen Vertreter und trat dem Bund bei. Heute kann man sich mit Stolz dieser Tatsache erinnern!

Der FC Germania Mühlhausen (Heute FC Union Mühlhausen) ist Gründungsmitglied des DFB!

Es wurden Spiele mit Clubs anderer Städte vereinbart und durchgeführt, so mit Kassel, Gotha und Erfurt. Weil sie als einzige erreichbare Gegner für Mühlhausen waren. Ostern 1901 spielte man in Hannover gegen 1896 und gewann mit 2:1. Am 26. März 1901 wurde in Mühlhausen der 2. Verein FC Teutonia gegründet. Prof. Dr. Schell gründet aus der Realschule zur fast gleichen Zeit eine 3. Mannschaft. Dadurch war es möglich mehr Spiele in Mühlhausen auszutragen. In das Jahr 1903 fällt die Gründung eines dritten Mühlhäuser Fußballvereins, die des FC Victoria. Es war ein nicht zu verachtender Gegner der beiden bereits bestehenden Clubs. Victoria, sowohl als auch die sich in der Folgezeit noch mehrfach gegründeten Clubs wie SC Preußen, FC Fortuna, FC Saxonia, FC Thuringia und SC Urania verschwanden wieder, da sie sich nicht als lebensfähig erwiesen. Die Spiele fanden auf der Rennbahn und Sportplatz am Grögers Turm, (Martinistraße) am Schützenberg und in Popperode statt. Die Wiesen wurden von der Stadtverwaltung gegen eine Entschädigung von jährlich 50,- Mark gepachtet. 1904 schlossen sich die Mühlhäuser Vereine mit anderen Thüringer Vereinen zu einem Verband zusammen, um den Wettspielbetrieb in geregelte Bahnen zu lenken.
Die Spiele der beiden Ortsgegner Germania und Teutonia waren immer von besonderem Reiz.
Beide pflegten die Sportfreundschaften mit anderen Vereinen aus Nordhausen, Gotha, Erfurt, Weimar, Jena, Ilmenau, Eisenach, Kassel, Göttingen, Duderstadt, Leipzig, Dresden, Würzburg u.a.
Ein besonderes Ereignes für den Mühlhäuser – Fußball war dieTeilnahme am Turnier um den Goldpokal des FC Eisfeld 03 am 03.09.1913. Teutonia gewann gegen den VfB Coburg mit 2:1 im Endspiel den wertvollen Pokal. Nach dem Krieg konnten die Mühlhäuser noch einmal gewinnen, beim dritten Anlauf blieb der Pokal leider in Eisfeld. Kurz vor dem Kriegsausbruch (1914) wollten beide Vereine den Zusammenschluss vollziehen. Fast alle der 230 Mitglieder wurden eingezogen. Der Spielbetrieb war jäh unterbrochen, keiner dachte mehr ans Fußballspielen. Der Zugverkehr wurde eingestellt. Man spielte trotzdem noch in Gotha, Erfurt und Ruhla. Einmal unter der Flagge von Teutonia und das andere Mal unter Germania, wer
eben noch die meisten Spieler zu Hause hatte. Nach dem Krieg wurden die Verhandlungen über den Zusammenschluss wieder aufgenommen. Am 28. Dezember 1918 folgte in der Wolfsschlucht in Mühlhausen in der Felchtaer Straße Nr. 3 der Zusammenschluss von Germania und Teutonia und es entstand die Sportvereinigung 1899. Den noch in Mühlhausen bestehenden Verein Britania mit einzubeziehend scheiterte. Spiele in Leipzig gegen Britania und Eintracht Leipzig sowie in Berlin gegen Minerva und Vorwärts Berlin standen auf dem Programm. Pfingsten 1920 fanden in Mühlhausen die Rückspiele gegen beide Berliner Mannschaften statt. 2:2 gegen Minerva und 1:3 gegen Vorwärts waren die Ergebnisse. Vorwärts Berlin stand im Endspiel um die deutsche Meisterschaft in Düsseldorf gegen Altmeister 1. FC Nürnberg. Dieses Spiel fand 14 Tage später statt. In den Jahren spielte man noch gegen Sport-Hannover, Union Berlin, Vorwärts Berlin, Minerva Berlin, Victoria Magdeburg, Victoria Leipzig, Britania Leipzig, VfB Heilbronn, VfR Fürth, SC Freiburg, und Germania Elberfeld.

Am 13.07.1920 fand die feierliche Einweihung der Tribüne auf dem Sportplatz Popperode statt. Vor über 2300 Zuschauern spielte man gegen Sport 03 Kassel. In den 30er und 40er Jahren hatte es in Mühlhausen 5 Vereine gegeben in denen Fußball gespielt wurde. Es waren die SV 1899, der VfB, Nordstern, Ballspielverein und der Militärsportverein. Die ersten 3 Vereine spielten jahrelang mit SSV/07 Schlotheim, Preußen Langensalza, SV Eisenach, Borussia Eisenach, Wacker Gotha, Meteor Waltershausen und VBC 08 Ruhla und mit SV Eisenach. SSV 07 Schlotheim, Arnold 01 Gotha und SV Siebleben spielten sie im Spieljahr 1936/37 in der 1. Kreisklasse des Wartburgkreises.